Mit der Dirk nach Olpenitz – unser erster großer Törn

Manchmal muss man raus aus dem Laden und selbst wieder Abenteuer erleben. Denn auch wenn wir im Busse Yachtshop tagtäglich über Segelelektronik, Technik und Bordausrüstung sprechen – unser Herz schlägt natürlich auch auf dem Wasser. Nach längerer Zeit war es endlich soweit: Ein Wochenende auf unserer Dirk, einer Skorpion II aus Stahl, knapp 10 Meter lang.

Für Kathrin und Zahira war es ein ganz besonderer Moment: Ihr erster großer Segeltörn nach dem bestandenen Sportbootführerschein See im Frühjahr 2025. Bislang waren sie nur auf der Kieler Förde unterwegs, kurze Tagestörns in vertrauten Gewässern, und immer wieder zurück in den Heimathafen. Dieses Mal sollte es weiter hinaus gehen – und mit einer Übernachtung in einem für uns neuen Hafen: Olpenitz.

Aufbruch voller Vorfreude

Die Crew: Kathrin, Zahira, Janek und Hanna – für Hanna war es sogar das erste Mal auf einem Segelschiff überhaupt. Am Samstagmorgen, den 13. September 2025, stapften wir trotz grauer Regenprognose gut gelaunt zum Supermarkt. Diesmal nicht nur Snacks wie bei den kleinen Ausfahrten, sondern richtige Vorräte für ein Abendessen an Bord.

Zurück an der Schwentine wurde alles verstaut, jede Dose, jede Flasche – wir wussten ja, dass auf der Ostsee nichts lose herumliegen darf. Punkt zehn Uhr legten wir im SHS ab. Mit einem leichten Kribbeln im Bauch: jetzt ging es los.

Der Wind kam aus Süd, Stärke 3–4, also überwiegend achterlich. Auf der Förde segelten wir entspannt hinaus, die Stimmung war großartig. Ein kurzer Schauer zog über uns hinweg, aber das Ölzeug hielt dicht. Ein Mittagssnack an Deck, Lachen, Musik – so fühlt sich Freiheit an.

Abenteuer kurz vor Olpenitz

Doch je näher wir Olpenitz kamen, desto ruppiger wurde es. Der Wellengang nahm zu, ein Crewmitglied wurde seekrank, und plötzlich mussten wir zu dritt die Segel bergen. Ein Manöver, das uns einiges an Kraft und Geduld abverlangte.

Gerade als wir glaubten, die Sache im Griff zu haben, überhitzte der Motor. Weißer Rauch statt Kühlwasser stieg achtern auf. Mit angehaltenem Atem und Kathrins leisen Gebeten schafften wir es irgendwie in den Hafen.

Dort kam das nächste Abenteuer: Beim Rückwärtsmanöver kostete uns die Dirk einige Nerven – unser Stahlboot lässt sich nun mal rückwärts kaum steuern. Prompt liefen wir mit dem Heck auf Grund. Zum Glück war der Hafenmeister sofort zur Stelle. Mit stoischer Ruhe, als hätte er dieses Schauspiel schon hundertmal gesehen, zog er uns mit seinem Motorboot in die Box. Die Touristen am Ufer hatten ihren Spaß – für uns war es vor allem eine Mischung aus Peinlichkeit, Erleichterung und Erschöpfung. Aber: wir lagen sicher in Olpenitz.

Schrauben, Fluchen, Glück

Kaum festgemacht, nahmen wir den Motor unter die Lupe. Mit Tipps vom Hafenmeister und einem ausführlichen Telefonat mit Matthias daheim war der Fehler gefunden: Die Papierdichtung des Impellers war nicht ordentlich gefettet und leckte beim Motoranlassen. Kathrin biss die Zähne zusammen, löste die Schrauben, achtete darauf, dass nichts in die Bilge fiel, fettete die Dichtung – und tatsächlich: das Kühlwasser lief wieder achtern raus anstatt beim Impeller. Eine Last fiel uns von den Schultern.

Währenddessen zauberten Zahira und Hanna in der Kombüse ein Curry mit Reis. Nach einem so turbulenten Tag schmeckte es doppelt gut.

Hafenleben & kleine Freuden

Der Hafen Olpenitz hat uns beeindruckt: ein großer Edeka direkt am Kai, kleine Läden mit Souvenirs und moderne Sanitäranlagen, in denen wir sogar eine Badewanne entdeckten. Wo erlebt man das schon in einem Hafen?

Am Abend war die Stimmung wieder entspannt. Ein guter Film auf Netflix, etwas Seemannsgarn, müde Gesichter – und dann früh in die Kojen.

Zurück nach Kiel

Am Sonntagmorgen starteten wir vorsichtig unser Ablegemanöver. Mit den Ereignissen vom Vortag noch im Hinterkopf wollte niemand ein Risiko eingehen. Gegen halb zehn setzten wir Segel: Südwest, 3–4 Beaufort, hoch am Wind zurück nach Kiel.

Es war ein herrlicher Segeltag: klare Luft, Regenbögen nach kurzen Schauern und Musik aus unserer Bluetooth-Box. Auch wenn die Dirk nicht die schnellste ist, genossen wir die Stunden auf der Ostsee.

Gegen 15 Uhr erreichten wir die Kieler Förde, und nach einer letzten Etappe kreuzten wir bis 18 Uhr zurück in den Heimathafen in der Schwentine. Das Anlegen klappte dort routiniert – und wir waren wieder zu Hause.

Ein Wochenende voller Geschichten

Glücklich, erschöpft und voller neuer Erfahrungen gingen wir von Bord. Ja, es war chaotisch. Ja, wir haben geflucht, geschwitzt und improvisiert. Aber genau das macht einen echten Segeltörn aus.

Für Kathrin und Zahira war es der erste große Ausflug nach dem SBF See, für Hanna der allererste Törn überhaupt – und für uns alle ein Abenteuer, das wir so schnell nicht vergessen werden.

Wir sind uns einig: In der nächsten Segel-Saison 2026 soll es mehr davon geben. Denn immer nur Förde und Heimathafen? Das wäre doch viel zu schade – und für euch im Blog auch ziemlich langweilig 😉.

Was wir gelernt haben ⛵

Jeder Törn hinterlässt seine Spuren – und ein paar Lektionen nehmen wir definitiv mit:

  • Besseres Ölzeug muss her – für alle. Wenn der Regen kommt, wollen wir trocken bleiben.
  • Der Motor mag Fett. Die Impeller-Dichtung wird ab jetzt ordentlich behandelt.
  • Die Dirk fährt nicht gern rückwärts. Hafenmanöver werden wir künftig mit noch mehr Geduld und einem Plan B angehen.
  • Seekrankheit gehört dazu. Aber zum Glück nur bei einem Crewmitglied – und auch das geht vorbei. Vielleicht besorgen wir uns mal Anti-Seekrankheitstabletten für das Inventar der Dirk.
  • Hafenspektakel zieht Publikum an. In Olpenitz hatten die Spaziergänger jedenfalls beste Unterhaltung.

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